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Kurstipp abseits vom Shop: was ich mit den Gewinnen aus guten Quartalen mache

Hier geht es meistens um Kurse zum Thema Shop, Produktrecherche oder Werbeanzeigen. Ich poste bewusst mal etwas anderes, weil es bei mir eine Lücke geschlossen hat, die durch keinen Dropshipping-Kurs abgedeckt war.

Die Ausgangslage kennt vermutlich jeder, der länger dabei ist: Ein Produkt läuft, das Quartal ist gut, und man steckt den Gewinn direkt wieder in Werbung oder ins nächste Produkt. Das ist auch richtig, solange man wächst. Nur bleibt am Ende eines Jahres oft erstaunlich wenig übrig, obwohl der Umsatz beeindruckend aussieht.

Bei mir kam dazu, dass die Margen schwanken. Einkaufspreise ändern sich, Versandkosten steigen, ein Lieferant liefert plötzlich schlechter. Was im Januar noch gerechnet hat, rechnet im Juni nicht mehr. Diese Unsicherheit gehört zum Geschäft, aber sie ist ein schlechter Rahmen, wenn man langfristig etwas aufbauen will.

Ich habe deswegen vor zwei Jahren angefangen, einen festen Anteil aus jedem Quartalsgewinn zu entnehmen und außerhalb des Geschäfts anzulegen. Nicht viel, aber konsequent. Das Geld liegt in Dividendenwerten und hat mit dem Shop nichts mehr zu tun.

Der Reiz dabei ist für mich der Gegensatz zum Tagesgeschäft. Im Shop hängt alles an Zeitpunkten, an Trends und daran, dass man schnell reagiert. Bei einem Depot ist das Gegenteil richtig, und das war überraschend erholsam. Es gibt nichts zu optimieren und nichts zu testen.

Weil ich vom Thema keine Ahnung hatte, habe ich einen Kurs genommen: die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, der als Dividenden Backpacker bekannt ist. Aufgebaut ist er in elf Modulen mit über 65 Lektionen, insgesamt kommen mehr als elf Stunden Videomaterial zusammen. Behandelt werden Auswahl, Bewertung und die Frage nach Kauf- und Verkaufszeitpunkten. Ein Newsroom-Zugang ist dabei, über den später Material nachkommt. Bezahlt wird einmal, ohne laufende Kosten. Nach Anbieterzählung liegt die Teilnehmerzahl über 700.

Was ich als Händler daran am nützlichsten fand, ist die Denkweise beim Bewerten. Man schaut sich an, ob ein Unternehmen dauerhaft Geld verdient und ob es sich die Ausschüttung tatsächlich leisten kann. Das ist im Prinzip dieselbe Frage, die ich mir bei einem Lieferanten stelle, bevor ich größere Mengen ordere: Ist der Laden gesund genug, um über Jahre verlässlich zu sein.

Der zweite nützliche Punkt: Der Kurs arbeitet stark daran, Entscheidungen im Voraus festzulegen. Wir sind es gewohnt, ständig anzupassen, weil das im Shop belohnt wird. Beim Depot führt genau dieses Verhalten dazu, dass man ständig ein- und aussteigt und dabei Rendite verliert.

Zur Ehrlichkeit: Kurse können deutlich fallen, auch über Jahre. Eine Dividende ist keine feste Größe, sondern wird jährlich neu beschlossen und kann gekürzt oder gestrichen werden. Und die Beträge in den ersten Jahren sind gemessen an einem laufenden Shop lächerlich klein. Wer erwartet, damit kurzfristig etwas zu bewegen, wird enttäuscht.

Zur Kennzeichnung: Ich erhalte eine Vergütung, wenn jemand über meinen Link kauft. Wer die Kapitel ansehen möchte, findet dort eine ausführliche Übersicht über alle Module. Ohne meinen Link geht es über die Suche genauso.

Was ich anderen Händlern raten würde: Trennt das Geld sauber. Solange die Rücklage auf demselben Konto liegt wie das Werbebudget, wird sie irgendwann für eine vielversprechende Kampagne verwendet. Bei mir hat erst ein separates Konto bei einer anderen Bank dafür gesorgt, dass ich nicht mehr drangehe.

Und ein Fehler, den ich gemacht habe: Ich habe anfangs den Umsatz betrachtet statt des Gewinns nach Steuern. Der entnommene Betrag war deshalb zu hoch, und ich musste ihn im Folgejahr wieder zurückholen. Rechnet lieber konservativ, dann bleibt es dauerhaft.

Was mir bei den Zahlen geholfen hat: Ich rechne den Shop inzwischen mit einem fiktiven Unternehmerlohn, den ich mir selbst zahle. Vorher habe ich Gewinn und Gehalt vermischt und den Shop dadurch systematisch besser dargestellt, als er tatsächlich war. Sobald man sich selbst einen Lohn einrechnet, sehen viele Produkte deutlich weniger attraktiv aus.

Interessiert mich: Entnehmt ihr regelmäßig aus dem Geschäft, oder bleibt bei euch alles im Kreislauf? Und ab welcher Größe habt ihr angefangen, das zu trennen?